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 Ausgabe Nr. 32
   

14.1endlos: EM-Medaille für Wiechert

Christine Wiechert             

Vom 21.03.2012 bis zum 01.04.2012 finden die Europameisterschaften im Pool-Billard im europäischen Länderdreieck statt. Gastgeber ist in diesem Jahr das kleine Luxemburg. Erstmals entsandte die DBU zwei Sportler des BC Colours Düsseldorf zu einer EM:

Martin Steinlage wurde für die Disziplin 8-Ball nominiert und Christine Wiechert darf gar in drei Disziplinen bei der EM antreten: 14.1e, 8-Ball und 9-Ball.

Während es für die seit 2009 für den BC Colours an den Start gehende Verbandsligaspielerin nach 2006 und 2008 bereits die dritte EM-Teilnahme ist, vertritt der Teamcaptain der Düsseldorfer Regionalligamannschaft erstmals sein Heimatland auf internationalem Terrain.

Der Startschuss für die kontinentalen Meisterschaften erfolgte um 9:00 Uhr morgens in der Disziplin 14.1e.. Für Christine bedeutete dies allerdings kein frühes Aufstehen. Aufgrund eines Freiloses in der ersten Runde begann die EM für sie erst 6 Stunden später. Doch trotz Ausschlafens verlief der Turnierstart für die Colours-Spielerin nicht nach Wunsch. Gegen die Finnin Marika Poikkijoki - immerhin Gewinnerin der Silbermedaille des vergangenen Jahres im 8-Ball -  fand sie nie recht ins Spiel und unterlag einer konstant punktenden Poikkkijoki mit 49-75. Damit fand sie sich schnell in der Verliererrunde wieder. Von nun an war also jedes Match ein Endspiel.

Das nächste Spiel wurde am Abend ausgetragen. Gegnerin war die 23jährige Bulgarin Marya Levova. Nach anfänglichem Rückstand holte Tine auf, überholte ihre Kontrahentin und zog durch ein 75-51 in die Endrunde der letzten 32 Spielerinnen ein. Die Endrunde begann am nächsten Tag und dort würde sie der 18 Jahre alten Russin Darya Sirotina gegenüber stehen.

Die frisch aus der Jugend kommende Sirotina war kein unbeschriebenes Blatt. Bei den Jugendeuropameisterschaften der vergangenen Jahre sammelte die Russin nicht weniger als 5 Medaillen (1x Gold, 4x Silber).

Morgens um 9:00 Uhr ging es an die Tische und Christine war von Beginn an hellwach und ergriff sofort die Initiative. Eine Serie von 18 Ball brachte sie in Führung, die Sirotina zwar noch aufholen konnte, doch im weiteren Verlauf punktetet Wiechert konstanter und holte sich den Sieg durch ein nie gefährdetes 75-48. Die Runde der letzten 16 war erreicht. Dort kam es zu einem rein deutschen Aufeinandertreffen: Mit Kim Witzel vom BC Oberhausen wartete die 3. der DM 2011 im 14.1e.

Die Oberhausenerin fand als erste in die Bälle und erspielte sich eine leichte Führung. Doch die erfahrenere Düsseldorferin zeigte sich unbeeindruckt. Mit Serien von 13, 18 und 17 Bällen machte sie den Vorsprung der 22jährigen Witzel zunichte und führte kurz vor dem Zielstrich mit fast 40 Bällen. Ihrerseits unbeirrt setzte Witzel ihr Spiel fort. Eine 16 und eine 17 brachten sie wieder in Schlagdistanz doch zu diesem Zeitpunkt fehlten Wiechert nur noch 2 Bälle zum Sieg, die sie letztendlich abräumte und ins Viertelfinale einzog. Nachdem sie 2008 mit Platz 9 Ihr bestes EM-Resultat erzielte, hatte sie dieses nun getoppt, denn Platz 5 war ihr bereits sicher. Doch an dieser Stelle ist das Ziel natürlich ein anderes. Wer träumt im Viertelfinale stehend nicht von einer möglichen Medaille? Davon war sie nur noch einen Sieg entfernt.

DSC 568627Mit voller Konzentration auf Medaillenkurs: Christine Wiechert (Quelle: EBPBF / DK)

Im Viertelfinale sah sich Christine erneut einer Russin gegenüber. Mit nicht ganz 16 Jahren zählt Nataliya Seroshtan zu den größten Pool-Talenten Russlands. Bei der Jugend EM 2011 in Luxemburg kletterte sie dreimal aufs Treppchen und holte sich in den Kurzballdisziplinen einen kompletten Medaillensatz ab. Bei der letztjährigen Damen EM in Brandenburg wurde sie ebenfalls bereits mit Silber (10-Ball) dekoriert. Es wartete also keine leichte Aufgabe, was in einem Viertelfinale auch nicht zu erwarten ist. Im Match zuvor hatte die Jugendliche bereits die Deutsche Nicole Mehren mit 75-70 aus dem Wettbewerb befördert. Wiechert war also gewarnt. Den besseren Start hatte die Russin. Sie punktete konstant, ohne eine höhere Serie zu erzielen, während Wiechert nur wenige Bälle einsammeln konnte. Schließlich sah sie sich einem 27-46 Rückstand gegenüber. Nun wendete sich das Blatt langsam. Während die Deutsche weiterhin mit kleineren Serien punkten konnte, schaffte es die 15jährige kaum noch Bälle zu senken. Nachdem Tine den Rückstand fast abgeknabbert hatte, brachte eine 15 sie mit 66-55 in Front. Die fehlenden 9 Bälle sammelte Wiechert in zwei weiteren Aufnahmen ein und konnte sich durch den hart erarbeiteten Sieg bereits über Edelmetall freuen. Das Halbfinale war erreicht!

Mit Line Kjoersvik stand ihr hier nicht nur eine erfahrene sondern auch eine äußerst erfolgreiche Spielerin gegenüber: 20 EM-Medaillen – davon 4 in Gold – sprechen eine deutliche Sprache. Damit war die Norwegerin eindeutig in der Favoritenrolle. Zu Beginn ging das Match hin und her. Beide Damen taten sich nicht viel und punkteten immer nur mit wenigen Bällen. Beim Spielstand von 22-18 für die Deutsche, räumte Kjoersvik ein komplettes Brette ab, Wiechert legte 7 Ball nach und dann kam die wohl vorentscheidende Serie: 33 Bälle am Stück brachten der Norwegerin eine deutliche 65-29 Führung ein. Tine konterte zwar direkt im Anschluss mit einer 16, doch das reichte nicht mehr, um Kjoersvik noch am Finaleinzug zu hindern. 75-45 endete das Match zugunsten der Norwegerin.

Im zweiten Halbfinale scheiterte vollkommen überraschend die unangefochtene Topfavoriten Jasmin Ouschan und machte so den Weg für Kjoersviks 5. Titelgewinn frei.

Der Treppchenplatz bei der EM bedeutet für Christine den größten sportlichen Erfolg ihrer bisherigen Billard Karriere. Glückwunsch Tine! Weiterhin alles Gute!


Offizieller Bericht auf der Billard Area:

Spielplan:

(SK)

   
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